Feuerwehr | 13.07.2018

Neues Feuerwehrgerätehaus Lennep in Betrieb genommen

©Stadt Remscheid, Foto Josef Köster - Außenansicht Feuerwehrgerätehaus Lennep

Zum 01.07.2018 wurde das neu erbaute Feuerwehrgerätehaus Lennep an der Karlstraße 22 wie geplant in Betrieb genommen.

Zuvor fand am 30.06.2018 die Einweihungsfeier mit Vertretern aus Kirche, Politik und Verwaltung, den Planungsbüros und Baufirmen, Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr sowie den Aktiven der Einsatzabteilung, der Jugendfeuerwehr und der Ehrenabteilung Lennep statt.

(Bilder der Eröffnungsfeier und der Entstehung der Feuerwache finden Sie hier…)

Der alte Standort an der Mühlenstraße 23 wird nach über 90jähriger Nutzung durch die Feuerwehr aufgegeben. Neben der Freiwilligen Feuerwehr Lennep wurde das Gebäude als Feuer- und Rettungswache 2 von der Berufsfeuerwehr genutzt. Das unter Denkmalschutz stehende soll in das geplante DOC eingebunden werden.

Die 67 Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Lennep haben zum 01.07.2018 die neue Unterkunft an der Karlstraße 22 bezogen. Neben den 32 Männern und Frauen der Einsatzabteilung und 12 Angehörigen der Ehrenabteilung bilden 23 Mädchen und Jungen in der Jugendfeuerwehr den Nachwuchs und damit die Zukunft der Einheit ab.

Der Neubau bietet gute Voraussetzungen für den Betrieb einer modernen Unterkunft für eine Freiwillige Feuerwehr. Der denkmalgeschützte Altbau an der Mühlenstraße galt nicht zuletzt wegen des fehlenden
Platzes als nicht mehr zeitgemäß.

Baubeschreibung
Das neue Feuerwehrgerätehaus an der Karlstraße 22 ist auf einem ehemaligen Gleisfeld des Bahnhof Lennep gebaut. Die Grundstücksgröße beträgt ca. 3.070 Quadratmeter. In der Nachbarschaft befinden sich Gewerbeansiedlungen.

Die Grundstücksbreite beträgt 54 Meter, die Grundstückstiefe staffelt sich zwischen 62 Meter und
33 Meter.

Auf diesen befinden sich:

  • die 250 Quadratmeter große Fahrzeughalle mit
    4 Stellplätzen
  • das zweigeschossige Sozialgebäude mit einer
    Grundfläche von 222 Quadratmetern
  • der Feuerwehrhof vor der Fahrzeughalle mit
    225 Quadratmeter Fläche sowie
  • 20 Parkplätze für Feuerwehrangehörige.

Fahrzeughalle
Die Fahrzeughalle ist als Stahl-Leichtbauhalle ausgeführt. Dabei besteht das tragende System aus einer feuerverzinkten Stahlkonstruktion. Die Außenwände und Dachflächen sind mit Thermoblechen / Sandwichplatten ausgeführt. Die Außenwände der Thermobleche haben einen roten Farbton (RAL 3000), die Innenwände sind  glatt und in einem grauweißen Farbton (RAL 9002) ausgeführt. Durch den Farbton Feuerwehr-Rot soll ein Bezug zu dem Zweck des Gebäudes hergestellt werden. Die helle Innenraumgestaltung dient der Sicherheit und Sauberkeit.

Die Fahrzeughalle verfügt über 4 Stellplätze in der Stellplatzgröße 3 für Feuerwehrfahrzeuge bis 10 m Gesamtlänge. Jeder Stellplatz ist 12,5 m lang und 4,5 m breit und verfügt über ein Kraftbetätigtes Sektionaltor mit einer Breite von 3,6 m und einer Höhe von 4,5 m. Ein Tor ist mit einer Zugangstür zur Halle ausgestattet. Insgesamt ist die 250 Quadratmeter große Halle 20 m breit und 12,5 m tief.

Die Fahrzeughalle ist mit einem Pultdach ausgestattet, die Traufhöhe beträgt 6,00 m bzw. 5,22 m.

Der Boden der Fahrzeughalle besteht aus einer Stahlbetonplatte, auf der Spaltklinker als Rüttelboden aufgebracht sind.

An jedem der vier Stellplätze befindet sich ein Anschlussschlauch der Abgasabsauganlage. Damit wird die Quellabsaugung sichergestellt. Die Anlage schaltet sich automatisch beim Starten des Motors ein und läuft bis zum Verlassen der Fahrzeughalle mit. Die abgestellten Fahrzeuge sind zur Sicherstellung der Betriebsbereitschaft an eine Stromversorgung angeschlossen

In der Fahrzeughalle befindet sich eine Stiefelwäsche sowie ein Waschbecken zur Grobreinigung sowie ein Drucker für die Alarmdepeschen für die erforderlichen Informationen zu den Einsatzstellen.

Sozialgebäude
Das Sozialgebäude ist als zweigeschossiger Massivbau mit Kalkstandsteinwänden ausgeführt. Wie die Fahrzeughalle ist auch das Sozialgebäude mit einem Pultdach versehen. Die Gebäudebreite beträgt 16 m, die Tiefe 12 m bzw. 15,5 m. Das Obergeschoss ist 16 m breit und 12 m  tief. Somit ergibt sich ein Fläche für den umbauten Raum von 416 Quadratmeter.

Um die Laufwege bei einem zeitkritischen Feuerwehreinsatz möglichst sicher und kurz zu halten, sind die Umkleideräume für Männer und Frauen im Erdgeschoss des Sozialgebäudes direkt an der Fahrzeughalle angeordnet. Vor dort besteht ein direkter Zugang zu den Einsatzfahrzeugen.
Die Umkleideräume sind für 60 Männer und 12 Frauen ausgelegt. Die Feuerwehrangehörigen verfügen über einen Doppel-Stahlspind zur Trennung von Einsatzkleidung und Privatkleidung. In den Umkleideräumen befinden Wasch- und Duschgelegenheiten.

Im Erdgeschoss sind Damen- und Herrentoiletten, ein Trockenraum mit einem Luftentfeuchter, ein Lagerraum sowie ein Haustechnikraum angeordnet.
Im Eingangsbereich des Sozialgebäudes befindet sich ein Alarmlichtschalter. Mit diesem wird das Licht in den Fluren, Umkleideräumen, der Fahrzeughalle sowie im Außenbereich geschaltet. Gleichzeitig wird die Heizungsanlage aktiviert. Über einen Schlüsselschalter kann im Eingangsbereich das Licht im Gebäude zentral abgeschaltet und die Gebäudeanlagen auf Bereitschaft / reduzierten Betrieb geschaltet werden.

Im Obergeschoss der Sozialgebäudes befinden sich der 70 m² große Schulungsraum, ein 30 m² großer Aufenthaltsraum, ein Büro, ein 25 m² großer Jugendraum sowie Damen- und Herrentoilettenräume. Der Schulungsraum und der Jugendraum können über eine Flügeltür miteinander verbunden werden. Der Aufenthaltsraum mit Küche und Theke hat einen direkten Zugang zur 25 m² Balkon, der als Söller ausgeführt ist.

Der Boden im Obergeschoss ist mit Vinyl-Belag ausgeführt. Die Wände sind mit Raufasertapete beklebt. Die Decke ist mit einer Mineralfaserdecke im 62,5er Raster mit sichtbaren Schienensystem abgehangen.

Im Rahmen der Eigenleistung beschaffte die Löscheinheit Lennep die Küchenzeile sowie die Theke und Möbel im Aufenthaltsraum sowie  Beamer, Leinwand und Lautsprechersystem im Unterrichtsraum.

Die Stahlspinde für die persönliche Schutzausrüstung, die Tische und Stühle sowie die Büromöbel wurden mit aus den Finanzmitteln für den Neubau beschafft.

Kosten
Bereits bei den konkreten Planungen zum Feuerwehrgerätehaus Lüttringhausen zeichnete sich die durch die DOC-Ansiedelung notwendig werdende Standortverlagerung der Freiwilligen Feuerwehr Lennep ab.

Durch die vergleichbaren Anforderungen an die Gebäude sollten die Gebäude weitgehend baugleich ausgeführt werden. Die Gebäude Lüttringhausen und
Lennep wurden daher basierend auf dem Baukonzept für das Feuerwehrgerätehaus Hasten geplant.

Durch die Errichtung von baugleichen Gebäuden als Standort für eine Löscheinheit der Freiwilligen Feuerwehr lassen sich im erheblichen Umfang Kosten einsparen. Gerade aufgrund des hohen Investitionsbedarfs bei den Feuerwehrgerätehäusern im Stadtgebiet Remscheid eröffnet dieser Weg die Möglichkeit, möglichst viel Raum in kurzer Zeit zu schaffen.

Der Beschluss für den Neubau des Feuerwehrgerätehaus Lüttringhausen auf dem Grundstück „Am Schützenplatz 40“ erfolgte 2014. Der erste Planungsansatz auf Basis des 2011 in Dienst gestellten Feuerwehrgerätehauses Hasten ging von einem Mittelbedarf von 1.000.000 Euro aus. Durch Veränderungen an den Planungsgrundsätzen für Feuerwehrgerätehäuser (DIN 14092-1) waren Abweichungen am Gebäude erforderlich. Die Mehrkosten hierfür wurden 2015 eingeworben. Die Kosten für den Neubau des Feuerwehrgerätehaus Lüttringhausen beliefen sich auf 1.245.275 Euro.

Aufgrund der Grundstückslage wurde für den Neubau in Lennep die Anordnung von Fahrzeughalle und Sozialgebäude getauscht. Trotz der weitgehend baugleichen Bauausführung des Feuerwehrgerätehaus Lennep zum Objekt Lüttringhausen zeigten sich bei der Auswertung der Angebote Preisliche Abweichungen. Durch die durchweg gute Konjunkturlage im Baugewerbe waren die Preise zum Teil deutlich angestiegen.

Zusätzlich zu dem Mittelansatz in Höhe von 1.230.000 Euro wurde daher am 10.10.2017 eine Ansatzerhöhung wegen Baukostensteigerung um 120.000 Euro beschlossen.

Für den Neubau des Feuerwehrgerätehaus Lennep standen somit insgesamt 1.350.000 Euro zur Verfügung. Die Gesamthöhe kann nach Abschluss der Bauarbeiten bzw. nach Rechnungsabschluss erfolgen.

Eine von der Feuerwehr gewünschte Erweiterung der Fahrzeughalle um zwei weitere Stellplätze für die Unterbringung von historischen Gerätschaften konnte aus Kostengründen nicht realisiert werden. Der Mittelansatz belief sich hierfür auf 114.000 Euro. Dies war im städtischen Haushalt derzeit nicht darstellbar.